Feuchtigkeitsbestimmung von Brennholz
Probennahme bei der Feuchtebestimmung von Scheitholz Die Messung der Holzfeuchte mit elektrischen Widerstandsmessgeräten nach der IBT-Richtlinie kann gegenüber der Darrprobe abweichen. Um eine feste systematische Abweichung zu ermitteln, sind sehr viele Probemessungen erforderlich. Die Abweichung des angezeigten Messwertes von dem Wert der Darrprobe ist abhängig von der Justierung und Kalibrierung der elektrischen Widerstandsmessgeräte. Die Hersteller der Meßgeräte stellen ihre gerätespezifische Kennlinie i.d.R. nicht zur Verfügung. Das bedeutet, jedes Holzfeuchte-Meßgerät hat von hause aus eine Abweichung des angezeigten Wertes gegenüber der Darrrpobe.
Solange die gerätespezifischen Kennlinien der holzfeuchte-Meßgeräte nicht zur Verfügung stehen, empfehlen wir,den angezeigten Wert des Holzfeuchtemessgerätes (elektr. Widerstand) nach der IBT-Richtlinie als Basis von Qualitätskriterien zu nehmen, auch wenn sich nach der Darrprobe ein höherer Wert herausstellen sollte. Die Darrprbe muss dann allerdings sehr aufwändig nach Norm ausgeführt worden sein und es müssen genügende Proben gedarrt worden sein, um eine repräsentative Aussage über die wahre durchschnittliche Holzfeuchte einer Charge zu erzielen.
Wird nach der technischen Trocknung und Abkühlung auf 20 °C Temperatur gemessen, ergeben sich i.d.R. zwei sehr niedrige Messwerte außen und ein Messwert > 25 % in der Mitte. Wenn das Brennholz etwa eine Woche unter Dach liegt, gleicht sich die Holzfeuchte innerhalb eines jeden Scheites sowie zwischen den Scheiten aus hin zum Durchschnittswert. Ist das Holz außen stark übertrocknet, findet ein Feuchteausgleich vom Scheitinneren nach außen sowie eine Feuchteaufnahme von der Umgebungsluft zu den Hirnholzenden statt, sodass als Ergebnis eine leichte Feuchte- bzw. Gewichtszunahme resultieren kann. Das bedeutet, dass für eine exakte Qualitätszusage das Brennholz klimatisiert gelagert werden müßte, weil die übertrockneten Hirnholzenden aus der Umgebungsluft leichter Feuchtigkeit aufnehmen als aus dem Scheitinneren.
Wir empfehlen für (kleinere) Brennholzlieferungen, zunächst drei Scheite einer Charge nach der IBT-Richtlinie zu messen -und zwar beide Scheithälften. Liegt die durchschnittliche Holzfeuchte eines Scheites oberhalb einer vereinbarten Holzfeuchte, werden drei weitere Scheite wie vor geprüft. Ist bei der zweiten Messung die durchschnittliche Holzfeuchte eines Scheites wieder oberhalb der vereinbarten Holzfeuchte, wird ein letztes Mal an drei Scheiten gemessen. Liegt dann die Holzfeuchte mindestens eines Scheites oberhalb der vereinbarten Holzfeuchte, gilt die Charge als zu feucht. Achtung: Es ist nicht zulässig, aus diesen Einzelwerten auf die durchschnittliche Holzfeuchte der gesamten Charge zu schließen. Dazu sind aufwändige quantitative (meßbare) statistische Methoden erforderlich.
Die o.g. Vorgehensweise ist für Mengen bis 10 Schüttkubikmeter anwendbar. Für große Mengen empfehlen wir eine statistisch repräsentative Stichprobe oder eine verfahrensbezogene dokumentierte Feuchtebestimmung (Stichproben, Gewichtsmessung).
Es ist denkbar, eine Toleranz zuzulassen. Das Problem der Feuchtetoleranz wird in der statistischen Qualitätskontrolle durch die Festlegung von Attributen anstelle von Streumaßen gelöst. Das bedeutet, das die Grenzen der praktikablen Feuchtebestimmung akzeptiert werden und Handelskonventionen festgelegt werden müssen, z.B. so wie oben beschrieben: der angezeigte Meßwert mittels elektrischer Widerstandsmessung nach der IBT-Richtlinie wird als Maß akzeptiert, weil alle anderen Methoden nicht praxisgerecht sind.
Institut für Brennholztechnik IBT-Krämer
Mittelweg 21
D-34537 Bad Wildungen
Mobil: 0170-9484088
E-Mail: info@ibt-kraemer.de
Web: www.ibt-kraemer.de
Besuchen Sie uns auf Facebook