Vorsicht Kaminbrand
Die Feuerwehr aus Grupenhagen hat auf ihrer Homepage sehr ausführlich das Thema Kaminbrand / Rußbrand ausgearbeitet. Eine Lektüre, die Brennholz-Heizern sehr zu empfehlen ist. Grund für solche Unfälle ist meist die Verwendung von zu nassem Brennholz, aber auch falsch geregelte Luftzufuhr
“Wir bleiben hier mal bei der Bezeichnung Schornsteinbrand, weil sich unter diesem Begriff jeder etwas vorstellen kann und euerwehr grupenhagen er in der Bevölkerung auch ständig so genannt wird. In der kalten Jahreszeit, alsowährend der Heizperiode von ca. Oktober – April, nimmt die Zahl der sog. Schornsteinbrände zu. Viele Haushalte haben ihr Haus in den letzten Jahren wieder verstärkt mit Kaminöfen ausgestattet.
Sei es weil die Verteuerung von Öl und Gas sie dazu getrieben hat, oder weil sie es einfach gemütlich finden vor einem Kamin in wohliger Wärme zu sitzen. Der Schornstein ist nun aber einer verstärkten Rußbildung ausgesetzt. Bei der Verfeuerung von Holz oder Kohle entsteht zwangsläufig erheblich mehr Russ als bei den Abgasen einer Gasheizung. Unterschiedliche Rußarten fördern die Entstehung des Schornsteinbrandes.
Glanzruß entsteht bei unvollkommenen Verbrennung und setzt sich im Rauchrohr und den Schornsteinwangen ab. Bei Glanzrußrückständen besteht immer die Gefahr, dass sie sich entzünden.
Dabei können meterhohe Flammen aus dem Schornstein schlagen und Temperaturen jenseits von 1400°C auftreten.
Wird ein Kamin richtig betrieben und trockenes Brennholz (maximal 20% Restfeuchte) verwendet, setzt sich der bei der Verbrennung entstehende Ruß als sogenannter Staub- oder Flockenruß an den Wänden des Schornsteins ab.
Diese Rußart wird beim Kehrvorgang durch den Schornsteinfeger leicht entfernt und führt nur selten zu einem Rußbrand.
Je feuchter der Ruß ist, umso höher die Gefahr eines späteren Rußbrandes. Beim feuchten Ruß tritt nach Überschreiten des Sättigungspunktes die Kondensatbildung ein.
Dabei schlagen sich die überschüssigen Teer- und Wasserdämpfe an den Wänden des Schornsteins nieder und bilden dort eine schmierige bis flüssige Masse – den sogenannten Schmierruß.
Diesen Belag kann der Schornsteinfeger mit dem normalen Kehrgerät nicht mehr entfernen. Diese müssen dann fachmännisch ausgebrannt oder abgeschlagen werden.
Ruß im flüssigen oder schmierigen Zustand kann sich nicht entzünden. Sobald jedoch die Temperatur des Rauchgases im laufenden Betrieb ansteigt, verdunsten die Teer- und Wasseranteile vom Schmierruß und er trocknet aus. Dieser Vorgang führt dann zum Stadium des Hart – oder Glanzrußes.
In diesem Stadium besteht akute Entzündungsgefahr.
Vorbeugung
* Verwendung von trockenem Brennholz
* ausreichende Zuführung von Sauerstoff beim Verbrennungsvorgang
* regelmässige Wartung und Reinigung des Schornsteins
* richtiger Querschnitt des Schornsteins
* nicht zuviel Brennholz auflegen um einen Schwelbrand zu verhindern
* Bedienungsanleitung der Feuerstätte beachten
Was tun , wenn es zum Schornsteinbrand kommt?
* Feuerwehr benachrichtigen – Notruf 112!
* Türen und Verbrennungsluftzuführung der Feuerstätte dicht verschliessen
* alle brennbaren Gegenstände in der Nähe der Feuerstätte wegrücken
* Zugänge zu den Schornsteinreinigungsverschlüssen freihalten/freimachen
* Schornsteinfeger verständigen
* Feuerlöscher bereithalten
Versuchen Sie niemals, den Schornsteinbrand mit Wasser zu löschen.
Das Wasser verdampft und vergrössert, je nach Temperatur, sein Volumen bis zum 1.700 fachen. Der dadurch entstehende enorme Druck im Schornstein kann zu einer Sprengwirkung führen, die den Schornstein ausseinander reißt.